Werkstoffprüfer mit herausragendem Abschluss in Jena ausgebildet

Metalle, Schweißnähte, Brüche, Risse oder Poren – das sind die Dinge, mit denen sich Milan Dreyer seit dreieinhalb Jahren auseinandersetzt. Der 27-jährige war Auszubildender am ifw Jena | Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung und schloss im Frühjahr seine Ausbildung als Werkstoffprüfer mit herausragenden Ergebnissen ab.

Dreyer entschied sich 2017 für eine Ausbildung zum Werkstoffprüfer am ifw Jena. Seinen Berufsabschluss erreichte er mit 96 Prozent der geforderten Prüfungsleistung. An dem Forschungsinstitut beschäftigt man sich seit über 25 Jahren mit Metallen, Keramiken und Glas, entwickelt Verfahren, beispielsweise zum 3D-Druck von Metallen oder zum Schweißen von Glas mit dem Laserstrahl. Im Werkstoffprüflabor des ifw Jena werden die Ergebnisse der entwickelten Verfahren dann überprüft, aber auch Bauteile von externen Auftraggebern, wie beispielsweise Schweißnähte für den Tragwerks- und Brückenbau eingehend geprüft.

„Mir gefällt die Abwechslung, die es in der Werkstoffprüfung gibt“, charakterisiert Dreyer seine Arbeit, „es gibt ganz handwerkliche Arbeiten, wie die Proben zurecht zu sägen oder zu schleifen, viele analytische Aufgaben wie die Auswertung von Messergebnissen und Mikroskopaufnahmen, aber auch Schreibtischarbeit, wenn Protokolle und Berichte nach einer Prüfung verfasst werden müssen.“

In seiner Ausbildung durchlief Milan Dreyer alle Bereiche der Prüfung vorwiegend metallischer Werkstoffe: Von Kunden eingesandte Proben werden erst mit bloßem Auge begutachtet, prüfgerechte Stücke abgesägt, geschliffen und geätzt. Im Auflicht- und im Rasterelektronenmikroskop werden kleinste Risse sichtbar. Mit Röntgenstrahlung wird die Probe durchstrahlt um innenliegende Fehler sichtbar zu machen. Schließlich kann die Probe in Zug- und Drucktests bis zum Versagen beansprucht und so die maximale Belastbarkeit bestimmt werden. „Als Werkstoffprüfer trägt man große Verantwortung“, sagt Dreyer, „unsere Messergebnisse bestimmen, ob beispielsweise ein Brückenträger auch hält. Die Kunden verlassen sich hier auf die Prüfungen.“

Maik Anders war Milan Dreyers Ausbilder, hat selbst am ifw Jena seine Ausbildung absolviert und ist seit 14 Jahren Werkstoffprüfer am Institut. Auch er ist stolz auf die Top-Leistung seines Azubis: „Die Ausbildung ist sehr anspruchsvoll und umfangreich. Dass Milan so gut abschneidet, ist eine tolle Leistung. Wir alle am Institut beglückwünschen ihn dazu.“

Derzeit lernt am ifw Jena noch ein weiterer Azubi in seinem zweiten Lehrjahr bei Maik Anders. „Wichtig ist ein Interesse an Technik und dass man Spaß daran hat, Dingen auf den Grund zu gehen“, sagt er auf die Frage, was ein Azubi mitbringen muss, „den Rest lernen unsere Auszubildenden bei uns.“

Und jetzt? Milan Dreyer wird nach seiner Ausbildung weiter am ifw Jena als Werkstoffprüfer arbeiten. Später möchte er sich zum Werkstoff- und Prüftechniker weiterqualifizieren. „Ausgebildete Werkstoffprüfer kennen sich mit vielen Materialien und ihren Eigenschaften aus und sind darum in fast allen technischen Bereichen – von der Forschung bis zur Endfertigung – gefragt“, sagt Christian Straube, der Leiter des Werkstoffprüflabors mit einem zuversichtlichen Blick auf Dreyers Zukunft.

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